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Erkersreuth geht auf Reisen
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Erkersreuth geht auf Reisen 2006

Wien, Burgenland und Budapest

"Graf von Luxemburg" in Mörbisch fiel dem Regen zum Opfer

"Erkersreuth geht auf Reisen" wieder voller Erfolg

Selb-Erkersreuth - Sehr zufrieden kehrten die 40 Teilnehmer von "Erkersreuth geht auf Reisen" von ihrer diesjährigen Busreise, die heuer zum zweiten Male stattfand, aus dem ungarisch-österreichischen Burgenland zurück. Eine Mischung aus Kultur, Natur und Geselligkeit hatte fünf Tage lang in Wien, am Neusiedler See, in Sopron und Budapest für beste Abwechslung und Unterhaltung gesorgt.

Schon der gedeckte Kaffeetisch auf dem ersten Rastplatz ließ eine erstklassige Reisebetreuung durch Gabi Adam und Kuno Fürbringer erwarten, die dann auch voll erfüllt wurde.

Wien, Stadt der Prachtbauten

Über Regensburg, Passau und Linz näherte man sich bei hochsommerlichem Wetter Österreichs Bundeshauptstadt Wien, dem ersten Reiseziel. Die einstige Habsburgerresidenz sollte sich vom Bus aus vor allem als glanzvolle Barockstadt zeigen, die sich jedoch auch mit vielen Baudenkmälern des Historismus, des Jugendstils und der Moderne schmückt.

So ging es vorbei an Schloss Schönbrunn, über den Naschmarkt zum Karlplatz mit seiner barocken Kirche, an dem auch der prächtige U-Bahn-Eingangs-Pavillon liegt, im Jugendstil ("Secession") erbaut. Ebenso spektakulär dann der Kuppelbau der "Secesssion" selbst, mit Fresken des berühmten Malers Gustav Klimt!

Anschließend fuhr die Gruppe auf dem Inneren Ring vorbei an den großen Museen, genoss rechts den Blick auf die Prachtbauten der Hofburg, einst Residenz der Habsburger Kaiser, mit dem Heldenplatz und seinen riesigen Reiterstandbildern.

Es folgten links Parlament und Rathaus sowie Burgtheater und Universität, alles Bauten des späten 19. Jahrhunderts. Hinter der Staatsoper, direkt am "Hotel Sacher", verließen die Erkersreuther den Bus und erkundeten Wien nun zwei Stunden lang in Eigenregie. Viele zog es direkt in die naheliegenden Cafes oder zum spätgotischen Stefansdom mit seinen schönen Altären und Sarkophagen.

Am Spätnachmittag hieß es Abschied nehmen von Wien, und der Bus setzte sich in Richtung Ungarn in Bewegung, wo die Reisegruppe westlich des Neusiedler Sees, in der ehemaligen Hauptstadt des Burgenlandes, in der 60.000-Einwohnerstadt Sopron, früher Ödenburg, in einem schönen Hotel Quartier bezog.

Am Neusiedler See

Der nächste Tag bescherte den Erkersreuthern eine Fahrt zum Neusiedler See, Europas größtem Steppensee mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von nur 1,50 Metern mit seinem typischen, bis zu sechs Kilometern breiten Schilfgürtel, "Futterregion" für die unzähligen Störche, die die Nester auf den Kaminrosten der Häuser in Rust und Mörbisch Glück bringend bevölkern.

Sehenswert waren hier außerdem die mit vielfarbigem Blumenschmuck versehenen Innenhöfe der langgestreckten, I-förmigen Gehöfte im Schmal-Angerdorf Mörbisch.

Dann ging`s mit dem Bus auf schnurgeradem Damm mehrere Kilometer hinaus in den offenen See zur Mörbischer Seebühne, die seit 1992 im Sommer mit 4600 Sitzplätzen ein Riesen-Operettenunternehmen ist. Hier hätten die Erkersreuther am letzten Abend die Operette "Der Graf von Luxemburg" sehen sollen. Doch da regnete es in Strömen, die Vorstellung fiel buchstäblich ins Wasser!

Doch noch war Dienstag, und die Reisenden begaben sich mittags auf ein ungarisches Schiff, fuhren hinaus auf den Neusiedler See und genossen bei Burgen-landweinen sowie mit deftig gewürzten Steaks und Bratwürsten eine Grillparty, direkt auf der Ländergrenze Österreich-Ungarn. Die Stimmung war super, und vom einst hier undurchdringlichen "Eisernen Vorhang" nichts mehr zu spüren.

Nach Rückfahrt von Mörbisch ins Hotel genoss man die Mittagsruhe, bevor zum zweiten Tagesziel, einer Führung durch Sopron, aufgebrochen wurde.

Erkersreuth geht auf Reisen 2006

Sopron und seine historische Altstadt

Durch eine umstrittene Volksabstimmung kam Sopron 1921 zu Ungarn und liegt seitdem wie eine Halbinsel im österreichischen Meer. Während die äußeren Stadtteile sich nach 1989 wirtschaftlich erholten, blieb in der historischen Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster und den alten Laternen die Zeit stehen. Durch Soprons alte Gassen begleitete die Erkersreuther eine ungarische Führerin und erläuterte die unter Denkmalsschutz stehenden Patrizierhäuser rund um den hufeisenförmigen Marktplatz mit seinem Feuerturm und dem "Treuetor".

Ihren Abschluss fand die Stadtführung mit einer Weinprobe in einem alten Weinkeller, wo es gute Burgenländer Weine und bunte Häppchen zu verkosten gab.

Budapest, die Perle der Donau

Der dritte Tag der Reise führte die Erkersreuther nach Osten durch die "kleine" ungarische Puszta in drei Stunden nach Budapest in die ungarische Hauptstadt, einst k.u.k. geprägte, romantische Doppelstadt mit lebenslustigen Menschen. Heute hat sich diese zur modernen Metropole mit 1,86 Millionen Einwohnern gewandelt.

Eine ungarische Führerin erläuterte im Bus ab der Stadtgrenze voller Hintergrund-wissen nun ihre Hauptstadt. Zunächst bewunderte man das prunkvolle, im Jugendstil errichtete Gellert-Heilbad, das, so erfuhr man, nur eines von vielen weiteren Thermalbädern in Budapest ist, die seit der Türkenbesetzung zu einer besonderen Badekultur der Stadt beigetragen haben. Budapest ist die an Thermalwassern reichste Hauptstadt der Welt.

Dann fuhr der Bus über die Elisabeth- ("Sissi-") Brücke in den größeren und flachen Ortsteil der Stadt, nach Pest, quer durch die Innenstadt in östlicher Richtung, vorbei an Prunkgebäuden aller Baustile seit dem 16. Jahrhundert, bis man den Heldenplatz erreichte, eine riesige Fläche mit mehreren Monumentalbauten.

Hier verließ die Reisegruppe den Bus, und die Führerin erläuterte nun, dass im Jahre 896 Großfürst Arpad, aus dem Osten kommend, in der Gegend von Budapest das Reich der Magyaren begründet hatte. Zu seinen Ehren wurde 1896 zur Milleniumsfeier, hier im Zentrum des Heldenplatzes, eine 36 Meter hohe Steinsäule errichtet, auf dem eine riesige Figur des Erzengels Gabriel thront. Die Säulenbasis wird umgeben von den Reiterstandbildern der sieben magyarischen Stammesfürsten, an ihrer Spitze Großfürst Arpad.

Umgeben wird das Denkmal zu beiden Seiten von zwei halbrunden Säulengängen, die 14 Bronzeskulpturen berühmter ungarischer Könige und bedeutender Persönlichkeiten beherbergen. Rechts und links am Rande des Heldenplatzes umgeben die renovierte Kunsthalle mit ihren korinthischen Säulen und bunten Keramiken sowie gegenüber das Museum für Bildende Künste von 1906 in neoklassizistischem Stil das historische Zentraldenkmal.

Mit dem Bus ging es dann die fast drei Kilometer lange "Champs Elysee" Budapests, die 1885 im Stile des Historismus fertiggestellte "Andrassy Ut," entlang, die seit 2002 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Diese vierspurige Prachtstraße hinterließ mit ihren vielen Museen, Theatern und Botschaften, wunderschönen Kaffeehäusern, prächtigen Palästen und Wohnhäusern einst wohlhabender Budapester Familien einen besonderen Eindruck.

Über die Kettenbrücke fuhr man nun hinüber nach Buda und seinem hügeligen Burgviertel mit dem Burgpalast und den mittelalterlichen engen Gassen, 55 Meter über der Donau gelegen, und einst, vor allem wegen der Türken, mit starken Festungsmauern umgeben. Zunächst nahm man die romanisch-gotische Matthiaskirche von 1260 mit ihrem farbenprächtigen Mosaikdach aus Pyrogranitziegeln in Augenschein. Hier fand 1867 die Krönung von Franz Joseph I. und Sissy - Elisabeth von Bayern - statt. Die vorher barock ausgestattete Kirche wurde Ende des 19. Jhdts. durch Frigyes Schulek erneut umgestaltet.

An sie angepasst schuf Schulek um 1900 östlich davon, direkt oberhalb des westlichen Donauufers, die 140 Meter lange "Fischerbastei", eine völlig zweckfreie hübsche Wallkonstruktion in den verschiedensten Baustilen mit vielen Türmchen und gewundenen Treppen, von der aus man einen herrlichen Blick auf das Ostufer der Stadt, so z.B. auf das Parlamentsviertel, genoss.

Nach längerem Verweilen neigte sich die Führung ihrem Ende zu, und der Bus brachte die Erkersreuther hinüber zur "Vaci utca", der belebtesten Einkaufsstraße Budapests, zum individuellen Sightseeing und Shopping.

Die meisten schlenderten hinauf bis zur zentralen Markthalle, einem Riesenbau aus Stahl und Glas, Ende des 19. Jhdts. erbaut, wo man sich zunächst bei Bier und einem echt ungarischen Paprika-Gulasch stärkte. Anschließend war noch Gelegenheit zur Besichtigung der Halle, deren Erdgeschoss angefüllt war mit allen erdenklichen ungarischen Landwirtschaftsprodukten in bester Qualität und Frische, vor allem Wein, Honig, Salami, Hartwürste und Paprika.

Am späten Nachmittag trafen alle Erkersreuther pünktlich am Bus ein, und Kuno Fürbringer brachte alle sicher nach Sopron zurück.

Erkersreuth geht auf Reisen 2006

Joseph Haydn und die Fürsten Esterhazy von Eisenstadt

Am Donnerstag, dem letzten Tag des reichhaltigen Programmes, ging es nach Eisenstadt, Hauptstadt des Burgenlandes, dem Stammsitz der Grafen von Ester-hazy, die vor allem durch reiche Heirat ihrer Söhne mit älteren Witwen ihre Besitzungen ständig vergrößerten. So unterhielten sie in ihrem Barockschloss einen aufwendigen Hofstaat, zu dem auch Kunst, vor allem Musik, zählte.

Während einer Führung durch dessen Schauräume erläuterte eine junge Führerin in der Originalkleidung einer Hofdame dann den "hochverehrten Herrschaften" aus Erkersreuth sehr plastisch das höfische Leben gerade der Rokokozeit. So führte sie durch die prunkvollen Gemächer, wobei besonders das Musikzimmer mit alten Notenpulten und den Instrumenten eines Streichquartetts beeindruckte.

Joseph Haydn, Begründer der Wiener Klassik, war es, der fast 30 Jahre lang bis 1790 als Hofkompositeur und -kapellmeister unter dem Rokokofürsten Nikolaus I. in der Abgeschiedenheit des damaligen Eisenstadt sein Genie entfalten konnte. So war es besonders beeindruckend, dass am Ende der Führung die Reisegruppe im prunkvollen Haydn-Saal, jährlich Magnet für Tausende von Besuchern während des Haydn-Festivals, auf Zehenspitzen noch einer Orchesterprobe lauschen konnte.

Ein ebenso schönes Erlebnis war es, anschließend die tägliche Matinee erleben zu können, diesmal bestritten vom Joseph-Haydn-Brass-Ensemble, einem Quintett aus Blechbläsern, das Werke von J. Haydn und W.A. Mozart zum Besten gab.

Nach der Mittagspause fuhr man noch hinauf zur Bergkirche mit ihrer von Engelstatuen gesäumten Freitreppe, ihren schönen Altären und dem Mausoleum Joseph Haydns. Körperlich anstrengend war der treppenreiche Gang durch den künstlich aufgemauerten Kalvarienberg, wo in mehreren Nischen der Kreuzweg Jesu mit überlebensgroßen Figuren dargestellt ist.

Regenreicher Ausklang

Nach wohltuender Mittagspause im Hotel bereitete man sich innerlich auf die geplante Operettenaufführung vor, die dann dem Regen zum Opfer fiel. Dafür war man mit einem feucht-fröhlichen Abend in einem zünftigen Weinlokal in Rust ebenso zufrieden, und die Stimmung schlug hohe Wellen.

Die Rückfahrt durch die Wachau verlief genauso regenreich wie der Vortag. Nach einem hervorragenden Mittagessen in einem Restaurant in Ybbs bog der Bus wieder in Richtung Heimat auf die Autobahn Richtung Passau-Regensburg ein.

Heiner Veit und Jürgen Judas bedankten sich als Initiatoren im Namen der Erkersreuther bei Gabi Adam und Kuno Fürbringer für die hervorragende Organisation der Reise und gaben bekannt, dass das Reiseziel für 2007 vielleicht Bregenz oder Toscana heißen würde.

Hasso Rödiger

 

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