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Evang. Kirche
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Einweihung der Evang. Kirche Erkersreuth

Die Tragikomödie vom abgebrochenen Schlüssel am 28.10.1928

Dekan Hans Rössler, der bei der Einweihung unserer Kirche Vikar in Erkersreuth war, überlieferte den mit Spannung erwarteten Moment der erstmaligen Öffnung der Kirchentür:

"Im schön gedruckten Festprogramm, das der Dekan in Auftrag gegeben hatte, stand in der Aufzählung der einzelnen Festakte u.a. "Öffnung der Kirchentüre durch den Ortspfarrer". Nanu, dachte ich, nett vom Herrn Dekan, dass er mich so vor der Öffentlichkeit tituliert. Das war aber sehr naiv gedacht, wie sich herausstellen sollte.

Der Kirchenschlüssel, klein und unansehnlich wie alle modernen Schlüssel, war auf Schau verlängert und talmivergoldet worden. Am Morgen des Festtags probierte ich ihn nochmals im Schloss der Türe. Sie ließ sich leicht aufsperren. Vom alten Betsaal zogen wir dann herüber zur neuen Kirche und versammelten uns erwartungsvoll vor dem Portal, wo der Architekt den Schlüssel von dem blauen Kissen nahm, das ein weißgekleidetes Mädchen trug und mit kurzen Worten dem Dekan übergab.

Dieser sprach ein Bibelwort - und nun, dachte ich, würde ich ihn bekommen, um die Kirchentür aufzusperren. Weit gefehlt: Der Dekan wandte sich behend zum Portal, fuhr mit dem ach so schönen Schlüssel ins Schlüsselloch, während er die feierlichen Worte sprach: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" - man hörte in der nun eingetretenen Stille einen kleinen Knacks und der verdutzte "Ortspfarrer" hielt das angeschweißte Zierstück in der Hand - der Bart steckte verborgen im Schloss.

Drüben auf der Schlossmauer stand der Filmoperateur und kurbelte unentwegt weiter, während sich unter den Akteuren eine immer deutlicher werdende Unruhe verbreitete und aus den Zuschauern zu hören war: "Jetzt bringen sie im Namen des Dreieinigen Gottes die Türe nicht auf."

Der mit der örtlichen Bauführung beauftragte Baumeister Buchka rettete schließlich die Situation, indem er durch die Sakristei in die Kirche eindrang und mit einem Brecheisen von innen die Kirchentür aufsprengte.

Der Vikar aber, der bitter enttäuscht worden war, dass man ihm nicht gegönnt hatte, "seine" Kirche selber aufzusperren, war nun recht froh, dass er nicht der "Ortspfarrer" im kirchenrechtlichen Sinne war."

 

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